Wladimir Lindenberg
Aus Romano-Guardini-Handbuch
Wladimir Lindenberg (1902-1997) war ein russisch-deutscher Neurologe, Psychiater und Autor.
Biographie
- Eltern: Jadwiga, geborene Studenska, und Alexander Tschelistschew aus russischem adligen Geschlecht
- Stiefvater war der deutsche Industrielle Karl Lindenberg
- Studium der Malerei bei Miginadian und David Burljuk
- Exil nach der Russischen Revolution
- 1921-1926 Studium der Medizin und Psychologie an der Universität Bonn;
- 1921 Mitglied der Bündischen Jugend (Nerother Wandervogel)
- 1928 Dr. med.
- ab 1930: Schiffsarzt nach Afrika und Südamerika
- dann Assistent von Walther Poppelreuter
- 1937 KZ Neusustrum
- 1941 Entlassung
- Leitung des Forschungslabors einer pharmazeutischen Firma in Berlin-Waidmannslust
- in Berlin: Kennenlernen seiner Ehefrau, die Bildhauerin Dolina Gräfin von Roedern (1887–1966)
- 1944 Umzug von Berlin-Wilmersdorf nach Berlin-Schulzendorf wegen der Luftangriffe auf Berlin
- 1945 gemeinsame Ausstellung mit Jürgen Eggert und Heinz Trökes in der Galerie Gerd Rosen, Berlin
- 1946/47 ärztliche Tätigkeit in einem Behelfskrankenhaus in Berlin-Heiligensee
- 1947 Beginn einer vielfältigen schriftstellerischen Arbeit
- 1947-1959 Chefarzt im Evangelischen Waldkrankenhaus Berlin-Spandau in der Spezialabteilung für Hirnverletzte.
- 1954-1977 Mitglied im Kuratorium der Fürst Donnersmarck-Stiftung zu Berlin
- 1959 Facharztpraxis für Neurologie und Psychiatrie in seinem Holzhaus in Berlin-Schulzendorf; er praktizierte dort noch fast bis zu seinem Tod
Bibliographie zu Guardini
- Die Menschheit betet. Praktiken der Meditation in der Welt, München/Basel 1956, zu Romano Guardini S. 194-196 und 231 [Gerner 105] - [Monographie] - [noch nicht online]; (2)1958; (8)1977 ???;
- (Neuausgabe)1990 [neu aufgenommen] - [Monographie] - [noch nicht online]
- (Neuausgabe)2018 [neu aufgenommen] - [Monographie] - https://books.google.de/books?id=U0K6EAAAQBAJ&pg=PT202
- S. 202: "Romano Guardini sagt darüber [über den Rosenkranz, HZ]: "Endlich gibt es noch eine dritte Art des Betens. Darin geht es jedenfalls um ein Verweilen vor Gott, um einen Dienst vor Seinem Angesicht, ein inneres Sich-finden und Ruhig-werden - jedoch so, daß das Wort gleichsam zum Strombett wird, in welchem das Gebet läuft, und zur Kraft, die es in Bewegung hält. Dann werden nicht immer neue Worte auftauchen, sondern die gleichen wiederkehren. Ja die Wiederholung wird geradezu die äußere Form des Gebets sein und den Zweck haben, dessen innere Bewegung immer ruhiger und voller werden zu lassen. Ein Gebet dieser Art ist etwa die Litanei mit ihren vielen, gleichgebauten Anrufungen und Bitten, in denen sich der Gedanke nur leise wandelt. sie ist uralt; schon im frühesten Christentum findet sie sich. Eine ähnliche Art des Betens zeigt sich auch im Gebrauch der Psalmen, wenn zwischen die einzelnen Verse ein immer wiederkehrender Gebetsanruf, die "Antiphon", eingefügt wird. Auch sie taucht schon in sehr früher Zeit auf. Zu dieser Art des Betens gehört auch der Rosenkranz.""
Internet
- Wikipedia-Artikel - https://de.wikipedia.org/wiki/Wladimir_Lindenberg