Über religiöse Dichtung der Neuzeit
Aus Romano-Guardini-Handbuch
469 (G 43/OO II-2 und OO XV): Über religiöse Dichtung der Neuzeit, in: Christliche Besinnung, Band 7, 1953, S. 26-38 (Originalbeitrag) (Vortrag auf den Salzburger Hochschulwochen 1951) [Mercker 0930];
Nachdrucke und Auszüge
- Auszug unter dem Titel Glaube und Dasein. Zur Verkehrung religiöser Gehalte im Denken der Neuzeit, in: Wissenschaft und Weltbild, Wien, 5, 1952, 7, S. 225-231 [Mercker 0877];
- dann auszugsweise (wie ursprünglich vorgesehen) als Geleitwort, in: Robert Rochefort: Kafka oder die unzerstörbare Hoffnung, Wien/München 1955, S. 9-20 [Mercker 1038];
- eingegangen in: Wurzeln eines großen Lebenswerks. Romano Guardini (1885-1968). Aufsätze und kleinere Schriften, Bd. IV, 2003 (G 43) [neu aufgenommen]
Guardini-Konkordanz
Übersetzungen (in mind. 1 Sprache)
- OO II-2: Fede ed esistenza. Sul capovolgimento dei contenuti religiosi nel pensiero della modernità, in: Opera omnia II/2: Filosofia della religione, Brescia 2010 (hrsg. von Andrea Aguti), ins Italienische übersetzt von Andrea Aguti [neu aufgenommen]
- OO XV: Sulla poesia religiosa della modernità [1953], in: Scritti di estetica, letteratura, arte, hrsg. von Giampiero Moretti, 2026, S. 285 [neu aufgenommen]
Sekundärbibliographie
1951
- [1951-292] Antonia Carl: Gastmäler des Geistes, in: Die christliche Frau, Köln, 40, 1951, 2, S. 54-56, hier S. 55 (Vortrag Guardinis auf den Salzburger Hochschulwochen 1951: Über religiöse Dichtung der Neuzeit; darin auch: Erwähnung der Auseinandersetzung mit „Josef und seine Brüder“ von Thomas Mann) [Mercker 2312] - [Artikel] - [noch nicht online]
- [1951-293] Clemens Heselhaus: Christliche Dichtung? Zur Salzburger Hochschulwoche über Dichtung, in: Universitas. Zeitschrift für Wissenschaft, Kunst und Literatur, Stuttgart, 6, 1951, S. 1269-1270 (Über religiöse Dichtung der Neuzeit) [Mercker 2313] - [Artikel] - https://books.google.de/books?id=Qd04AAAAIAAJ oder https://books.google.de/books?id=vjdDHM958hMC; zu Romano Guardini:
- S. 1269: „"Wir sind erlöst worden von der Religion, von ihrer Zweideutigkeit“, sagte Romano Guardini in einem Vortrag auf den diesjährigen Salzburger Hochschulwochen. Es war zweifellos der bedeutsamste Vortrag innerhalb der zweiten Woche, die die „Dichtung in religiöser Sicht“ behandelte. Guardini trennt damit scharf eine sogenannte „natürliche“ Religiosität – er nannte sie mythisch – von der Offenbarungsreligion. Die Offenbarungsreligion hatte schon im Alten Testament die Überwindung des Mythos bedeutet, damit aber auch die „Entzauberung des Daseins“. Für den Christen werde die Zweideutigkeit des Religiösen nur in Jesus Christus aufgehoben. Im Mythos – und Guardini rechnet dahin alles, was das Chaos der Welt bewohnbar macht – sieht er darum keine natürliche Religion, sondern die Sprache des gefallenen Menschen. Guardini hat in diesem Salzburger Vortrag die Gegenüberstellung von Mythos und Offenbarung nicht zu einer grundsätzlichen Stellungnahme zur Dichtung ausgedehnt. Er nannte zwar als mythenbewußten Menschen Hölderlin, dessen Dichten ein Singen des Mythos gewesen sei, worin der Gott gegenwärtig ist. Er nannte weiterhin Rilke und seinen Kulturmythos von der Erneuerung der Erde. Er polemisierte auch gegen Thomas Mann, der am Abend vorher in der gleichen Aula academica (zugunsten der Stipendiaten des Mozarteums) aus unveröffentlichten Fortsetzungen zum Felix Krull gelesen hatte. Aber Guardini nannte keinen Dichter, der in seinem Sinne die mythische Religion überwunden habe und bis zur Offenbarungsreligion vorgedrungen sei. Die Tatsache, daß Guardini sich mehr auf die mythischen Dichter als auf die Offenbarungsdichter bezog, deutet an, wo das eigentliche Problem der Fragestellung „Dichtung in religiöser Sicht" liegt. Die Fragestellung enthält nämlich in sich eine echte Paradoxie: Der radikal religiöse Mensch bedarf der Dichtung nicht. [...]"